Vorbereitung für New York mit Kind: Pass, ESTA und Vollmacht

JJ und ich waren im Februar 2026 eine Woche allein in New York. Eine Reise nach New York mit Kind bedeutet vorher einiges an Papierkram, das hat mich mehr Zeit gekostet als die Planung der Tage vor Ort. Hier steht, welche Dokumente ihr braucht, wie lange sie dauern und was Flug, Hotel und der Rest gekostet haben. Wie die Woche dann tatsächlich lief, steht im Übersichtsartikel, von dort findet ihr einen Beitrag zu jedem einzelnen Tag.
Reisepass beantragen
Wir hatten beide noch keinen Reisepass und haben ihn bereits im Herbst vor der Abreise beantragt. Für mich hat das 70 Euro und für JJ 37,50 Euro gekostet, eine Übersicht findet ihr beim BMI. Regulär dauert die Ausstellung vier bis sechs Wochen, je nach Bürgeramt und Auslastung. Denkt auch an den Termin beim Bürgeramt, auf den wartet man in manchen Städten nochmal Wochen. Es gibt auch den Express-Reisepass, der ist in etwa drei bis fünf Werktagen da, kostet aber einen Aufschlag von etwa 32 Euro. Mit einem vorläufigen Reisepass bekommt ihr keine ESTA, dafür braucht es den elektronischen Pass mit Chip.
ESTA-Genehmigung
Ohne ESTA kommt ihr gar nicht erst ins Flugzeug, die Fluggesellschaft prüft das schon beim Check-in. Das gilt für jede Person einzeln, auch für Babys und Kleinkinder. Beantragt wird sie online auf der offiziellen Seite des US-Heimatschutzministeriums. Es gibt zahlreiche kommerzielle Anbieter, die denselben Antrag gegen einen kräftigen Aufschlag weiterleiten, achtet also darauf, dass die Adresse auf esta.cbp.dhs.gov endet. Auf der Seite wird man dann an die offizielle ESTA-App weitergeleitet, mit der man die Anmeldung Schritt für Schritt durchgeht.
Ihr braucht dafür den elektronischen Reisepass, Angaben zu Beruf und Arbeitgeber sowie die Adresse eurer ersten Unterkunft. Die Genehmigung gilt für maximal zwei Jahre oder bis der Pass abläuft. Die Bestätigung kommt meist innerhalb weniger Stunden, offiziell sind bis zu 72 Stunden vorgesehen. Beantragt sie trotzdem früh, damit bei einer Ablehnung noch Zeit für ein reguläres Visum bleibt. Die ESTA kostet pro Person 40,27 Dollar.
Reisevollmacht
Wenn ihr allein mit einem oder mehreren Kindern reist, würde ich euch empfehlen, eine Reisevollmacht vom zu Hause gebliebenen Elternteil ausstellen zu lassen. Nicht dass es euch geht wie uns: Die Bundespolizistin hat beim Vorzeigen der Pässe danach gefragt, und ich hatte nichts dabei. In Deutschland ist sie keine Pflicht, aber mitführen schadet nicht. Eine Vorlage gibt es beim ADAC.
Flug buchen
Die Flüge bei Lufthansa in der Economy-Class für JJ und mich habe ich etwa sechs Monate vorher, also Anfang August, gebucht. Vorher habe ich die Preise zwei Wochen lang über Google Flights beobachtet, viel bewegt hat sich in der Zeit jedoch nicht. Über München war es am günstigsten. Mit Zubringerflug nach und von München haben wir insgesamt rund 1.200 Euro bezahlt, inklusive Handgepäck und einem Koffer bis 23 Kilo pro Person.
Für zwei Personen inklusive Zubringer fanden wir das ziemlich günstig. Das lag vermutlich an der Kombination aus einem halben Jahr Vorlauf und dem Februar, der weit weg von der Hochsaison liegt. Dass der Februar Nebensaison ist, hat man später auch im Flugzeug gemerkt, viele Reihen und Plätze blieben frei.
Unterkunft
Das Buchen der Unterkunft hat noch einmal fast zwei Monate gedauert, und ich habe erst Ende Oktober endgültig gebucht. Am Anfang war ich noch der Meinung, wir nehmen uns ein Airbnb, da hat man eine ganze Wohnung für sich und kann früh in Ruhe zu Hause frühstücken, kann abends auch mal kochen und ist mittendrin in der Stadt. Doch mit der Zeit kamen auch Bedenken. Was, wenn es doch nicht so aussieht wie auf den Bildern oder die Gegend nicht sicher ist? Ehrlich gesagt war es außerdem schwer, in dem Teil der Stadt, in dem wir sein wollten, etwas Bezahlbares zu finden.
Also haben wir uns doch für ein Hotel entschieden, waren uns aber nicht sicher, wo wir am besten unterkommen sollten, um kurze Wege zu haben. Im Endeffekt ist das wahrscheinlich egal. Die U-Bahn fährt wirklich überall, und die Ausflugsziele sind so weit voneinander entfernt, dass man ohnehin fährt. Weil die Lage am Ende kaum einen Unterschied macht, haben wir nach dem Preis entschieden und sind im Financial District im Süden der Insel gelandet. Hier war es noch am günstigsten, auch wenn ich mir unter günstig etwas anderes vorgestellt hatte.
Wir sind im Artezen Hotel untergekommen und haben für sieben Nächte im Deluxe-Zimmer mit zwei Queensize-Betten 1.847,47 Dollar, also 264 Dollar pro Nacht, bezahlt. Hier war mir wichtig, dass wir zwei getrennte Betten haben, da JJ ein sehr aktiver Schläfer ist und ich nachts gern meine Ruhe habe. Das Artezen ist ein kleines Boutique-Hotel mit nur 89 Zimmern, es ist modern eingerichtet und liegt nur wenige Minuten zu Fuß von der Subway-Station Fulton Street entfernt. Unser Zimmer war ausreichend groß, sehr sauber und hatte alles, was wir brauchten.

Geld und Bezahlen
Wir hatten uns von Oma und Opa ein bisschen Reisegeld zu Weihnachten gewünscht, und da die Oma bei der Sparkasse gearbeitet hat, haben wir unsere Reise mit 200 Dollar in Scheinen gestartet. Theoretisch hätten wir das Bargeld nicht gebraucht, in New York konnten wir überall problemlos mit Visa-Karte bezahlen. Selbst bei den Straßenkünstlern konnten wir eine Spende per Karte geben. Wir haben am Ende fünf Ein-Dollar-Scheine wieder mit nach Hause genommen, daraus werden wir was zur Erinnerung basteln.
Da meine Visa-Debitkarte bei der ING ein Auslandsentgelt von 2 % bei jeder Zahlung verlangt hätte, habe ich mir vor der Reise bei Trade Republic ein Konto eröffnet, inklusive Debit-Karte von Visa. Bei TR bezahlt ihr keine Kontoführungsgebühr, keine Gebühr für Abheben und Bezahlen im Ausland und bekommt die aktuellen EZB-Zinsen auf das Geld in eurem Girokonto.

Auslandskrankenversicherung
Ehrlich gesagt hatten wir keine, und das würden wir so nicht wieder machen. In den USA zahlt die gesetzliche Krankenkasse nichts, und die Rechnungen dort sind eine eigene Größenordnung: Ein Arztbesuch kostet schnell mehrere hundert Dollar, eine Nacht im Krankenhaus geht in die Tausende. Eine Auslandskrankenversicherung für eine Woche liegt dagegen im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich, Jahrespolicen für Familien gibt es ab etwa 30 Euro. Für unser Jahr unterwegs in Europa haben wir das längst auf der Liste.
Handy und Daten
Bei JJ haben wir das Roaming ausgemacht, sodass er nur im Hotel-WLAN Verbindung hatte. Ich habe bei Telekom einen Prepaid-Jahrestarif und konnte mir dort für 15,95 Euro 15 GB Datenvolumen für 14 Tage dazubuchen. Ich denke, das geht bei den meisten Anbietern. Alternativ gibt es auch Reise-SIM-Karten, für eSIM gibt es Holafly oder Airalo. Für eine echte SIM-Karte könnt ihr bei Tourisim.de schauen. Für mich war das über den Anbieter, den wir sonst hatten, am bequemsten. Das Tauschen der Karte fällt weg, und die eigene Nummer bleibt immer erreichbar.
Tagesplanung
Vor unserer Reise hatten wir jeder einen Reiseführer gelesen. Für JJ war das ein Reiseführer für Kinder von Lonely Planet und ich habe New York – eine Augenreise zur Inspiration genutzt. Jeder hat dort die für ihn interessanten Orte markiert. An einem Abend vor der Reise haben wir uns dann mit einem Kakao zusammengesetzt und sind unsere Ziele durchgegangen. Wir haben alles in eine Liste in FamilyWall übertragen, die App nutzen wir quasi für alles, was das Familienleben einfacher macht (Termine, Einkaufslisten, ToDos). Während der Reise sind wir einfach durch die Liste gegangen und haben abgehakt. So haben wir sicherlich nicht alles von New York gesehen, aber das, was uns beiden wichtig war.
