Empire State Building und der Flugzeugträger USS Intrepid

JJ und ich waren im Februar 2026 eine Woche allein in New York. Der erste Tag hatte zwei große Ziele: früh hoch aufs Empire State Building und danach ins USS Intrepid Museum, wo ein Flugzeugträger, ein U-Boot und ein Space-Shuttle-Prototyp nebeneinanderliegen. Dazwischen lagen zweieinhalb Kilometer zu Fuß quer durch Midtown.
Wie die ganze Woche aussah, steht in unserem Übersichtsartikel, von dort geht es zu jedem einzelnen Tag.
Am ersten Tag sind wir mit der U-Bahn Richtung Midtown gefahren und bei 34th Street–Penn Station ausgestiegen. Hier liegt gleich der Madison Square Garden, das Basketball-Mekka, die Heimspielstätte der NY Knicks. Man hätte eine Führung durch Stadion und Umkleidekabinen der Knicks machen können, aber wir haben uns dagegen entschieden. Es konnte ja niemand wissen, dass die Knicks in diesem Jahr NBA Champion werden.
Empire State Building
Vom MSG konnte man bereits unser erstes Ziel für den Tag sehen: das Empire State Building. Wir sind dann einmal um den Block gelaufen, dann war es endlich kurz nach neun und wir haben uns am Eingang als Dritte angestellt. Die Karten für 9:30 Uhr kauften wir uns online. Auch wenn die frühen Karten (early access) einen Preisaufschlag hatten, war das die beste Entscheidung, denn es wurde langsam wirklich kalt. Wir haben also noch knapp eine halbe Stunde in eisigem Wind warten müssen, bis wir reingelassen wurden.
Im Eingangsbereich steht ein Modell des Empire State Buildings im Maßstab 1:50, das sich über zwei Etagen erstreckt. Dahinter geht es treppauf durch die Sicherheitskontrolle und durch einen Museumsbereich mit ein paar Fotos zum Bau und zur Geschichte des Gebäudes. Hier gingen wir relativ zügig durch, da wir erst einmal nach oben wollten. Ich dachte mir, die Geschichte können wir uns auch auf dem Weg nach unten noch einmal anschauen, was sich allerdings später als falsch erwies. Der Rundgang ist als Einbahnstraße konzipiert: Hast du den zweiten Stock einmal Richtung 80. Stock verlassen, kommst du nicht mehr zurück. Also macht es besser als wir und hetzt nicht durch.
Im ersten von drei Aufzügen gab es eine großartige Animation an der Decke, die uns das Gefühl gab, direkt beim Bau des Gebäudes dabei gewesen zu sein. Als wir im 80. Stock ausstiegen, wurden wir von vielen freundlichen Mitarbeitern direkt zum nächsten Aufzug geführt, der uns zum Observation Deck in den 86. Stock brachte. Auf 320 Meter Höhe angekommen, konnten wir raus auf eine Terrasse gehen. Wir hatten bei bester Wintersonne und eisigem Wind einen Ausblick, der uns beide wirklich gefesselt hat: Überall, wo man hinschaute, standen Hochhäuser, selbst drüben in Brooklyn und Jersey. Auf dem East River und dem Hudson konnte man sogar die Eisschollen erkennen.

Danach ging es für uns aber noch ein paar Stockwerke nach oben, um genau zu sein bis in das 102. Stockwerk. Da noch nicht viel los war, mussten wir nirgends anstehen und konnten direkt mit dem Glasaufzug nach oben fahren. Das allein war schon beeindruckend, da wir während der Fahrt in die Stahlkonstruktion des Masts hineinsehen konnten, aber oben angekommen hatten wir für mehr als eine halbe Stunde die ganze Aussichtsplattform für uns und konnten in Ruhe und vom Wind geschützt alles ganz genau anschauen und ein paar Fotos machen.


Vom Flugzeugträger ins U-Boot
Als wir das Empire State Building wieder verlassen hatten, machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Pier 86 am Hudson River, wo die USS Intrepid liegt, ein ausgedienter Flugzeugträger, der jetzt als Museum genutzt wird. Vom Empire State Building zur USS Intrepid waren es ungefähr 2,5 Kilometer, die allein für sich schon ein Erlebnis waren, da wir uns einfach vom NY-Flair treiben lassen konnten und die Gegend sehr genossen haben.


Das Museum auf der Intrepid ist wirklich etwas für Groß und Klein: Man läuft über das Flugdeck und kann 28 restaurierte Flugzeuge aus verschiedenen Zeiten und Ländern bestaunen, sich auf dem Flugzeugträger auch die Kommandobrücke anschauen, Flugsimulatoren fliegen und (wenn man schon vorgebucht hat) auch mit einem G-Force-Simulator am eigenen Leib spüren, was ein Astronaut beim Start mit einer Rakete aushalten muss.
Was uns aber eigentlich in dieses Museum getrieben hat, versteckte sich in einem großen Zelt am Ende des Flugzeugträgers: Die Enterprise ist ein Space-Shuttle-Prototyp, der zwar nie selbst im Weltraum war, aber von Mitte der 70er bis in die 80er hinein als Testvehikel für die Entwicklung des amerikanischen Space-Shuttle-Programms genutzt wurde.
Neben der USS Intrepid liegt die USS Growler, ein U-Boot. Mit unserer Eintrittskarte konnten wir an einer der stündlichen Führungen teilnehmen, unter den Wasserspiegel des Hudson klettern und uns von Veteranen einiges über Geschichte und Funktion erzählen lassen. Die Growler patrouillierte im Kalten Krieg mit Atomwaffen an Bord zur Abschreckung der Sowjetunion im Pazifik. JJ hat vor allem beeindruckt, wie viele Menschen trotz des Platzmangels nötig waren, um so ein Boot auf bis zu zweimonatigen Missionen zu betreiben.



Am Ende von Pier 86, gleich neben dem U-Boot und dem Flugzeugträger, findet sich noch eine Concorde. Diese Maschine flog von 1976 bis 2003 vor allem zwischen London und New York, für die Strecke brauchte sie knapp unter drei Stunden statt der üblichen sieben. Sie hält bis heute den Rekord für die schnellste Atlantiküberquerung eines Verkehrsflugzeugs. Da für die Concorde aber gesonderte Tickets benötigt werden, haben wir das nicht mehr gemacht.
Basketball, Lego und eine Runde Eis
Zu Fuß ging es zurück ins Herz von NYC, zum Nike Store und zum NBA Store. Für Basketballfreunde können wir Letzteren nur empfehlen: zwei Etagen, und man findet alles, was das orangerunde Herz begehrt. JJ hat sich hier von seinem Reisebudget einen Jordan Hoodie mitgenommen, der ihn zu Hause auch immer wieder an unsere Reise erinnert.
Gleich nebenan liegt einer der Lego Shops, an dem wir natürlich auch nicht vorbeigehen konnten. Ein gelbes Taxi komplett aus Lego und ein mit Lego verkleideter Fahrstuhlschacht, alles eine Nummer größer als im Legoladen zu Hause.
Dann sind wir zum Rockefeller Center gelaufen und haben es uns nicht nehmen lassen, eine Runde über die Eisfläche zu drehen. Günstig ist das nicht: 70 Dollar haben wir für eine Dreiviertelstunde bezahlt. Aber mit jeder Runde musste man weniger auf die Füße achten und konnte mehr nach oben schauen, auf die goldene Prometheus-Figur und die Fahnen ringsherum. Für die Kleinsten gibt es Pinguine zum Festhalten.


Der erste Abend
Wir haben uns mit der Subway auf den Weg zum Hotel gemacht. Mit ein paar Stücken Pizza von 2Bros Pizza haben wir es uns schließlich auf unserem Zimmer gut gehen lassen. Nach über zwanzigtausend Schritten für mich, und noch viel mehr für JJ, ging unser erster Tag dann schnell zu Ende. JJ war schon auf dem Bett bei einem College Basketballspiel auf dem TV eingeschlafen und ich musste ihn nochmal zum Duschen und Zähneputzen wecken. Während er gemütlich schon Hochhäuser zählte und erschöpft neben mir schnaufte, habe ich für Nudel, Klein L, Mama und die Großeltern noch ein kurzes Video vom Tag in CapCut zusammengeschnitten und dann nach Hause geschickt. Das kann ich nur empfehlen. Zum einen nimmt das die Daheimgebliebenen ein bisschen auf eure Abenteuer mit und zum anderen könnt ihr später, wenn ihr schon lange zu Hause seid, noch einmal für fünf Minuten in eure Erinnerungen eintauchen. Durch die Zeitverschiebung hatten Mama und die Mädels immer einen schönen Morgengruß beim Frühstück.