Freiheitsstatue und Ellis Island

JJ und ich waren im Februar 2026 eine Woche allein in New York. An diesem Tag ging es auf beide Inseln vor Manhattan. Wer die Freiheitsstatue mit Kind besuchen will, braucht die Tickets früh, für die Krone waren wir zu spät dran. Danach weiter nach Ellis Island, wo wir vor einer fast leeren Halle standen und ausgerechnet haben, wie viele Menschen hier früher an einem einzigen Tag ankamen.
Wie die ganze Woche aussah, steht in unserem Übersichtsartikel, von dort geht es zu jedem einzelnen Tag.
Am Abend vorher haben wir Tickets für die Freiheitsstatue und Ellis Island online gebucht. Kronentickets zum Aufstieg ganz nach oben und Pedestal-Tickets, mit denen man bis auf die Aussichtsplattform auf dem Sockel gelangt, kosten nicht mehr als das Standardticket (nur die Insel, ohne Statue), müssen aber extra gebucht werden. Die Krone war für uns nicht mehr zu haben, also ging es nur bis auf den Sockel. Kronentickets sind meist schon Monate im Voraus ausgebucht, zum jetzigen Zeitpunkt (Anfang September 2026) kann man erst wieder für November Tickets für die Kronenbesichtigung buchen. Auch ein Besuch auf Ellis Island ist ohne Aufpreis für alle Besucher von Liberty Island möglich.

Wir hatten Tickets für die erste Fahrt um 9:00 Uhr gebucht und mussten bereits um 8:30 Uhr am Security Check-In am Battery Park sein. Wir waren zehn Minuten vorher dort, allerdings waren auch sehr viele andere Menschen bereits vor uns da, sodass wir gut eine halbe Stunde in der Schlange standen, bis wir unsere Taschen, Jacken und Gürtel ablegen mussten. Trotzdem haben wir es noch auf das erste Boot geschafft und wenn ihr während der gut 20-minütigen Fahrt den besten Ausblick auf die Freiheitsstatue haben möchtet, solltet ihr euch unbedingt auf die rechte Seite des Boots stellen. Am Steg seid ihr dann zwar noch auf der falschen Seite, um die Freiheitsstatue zu sehen. Aber während ihr den anderen Gästen zuschaut, wie sie noch schnell aufs Boot kommen, habt ihr einen super Blick auf Manhattans Südspitze.
Je weiter sich das Boot vom Anleger entfernte, desto mehr von der Skyline bekamen wir zu sehen. JJ hatte Gänsehaut, ich bin mir nicht sicher, ob das von dem Ausblick oder von dem eisigen Wind kam, der uns um die Nase wehte. Ich denke, es war eine Kombination aus beidem. Gleichzeitig kamen wir der Freiheitsstatue näher und konnten immer mehr Einzelheiten erkennen. Zum Anleger fährt das Boot einmal an Liberty Island vorbei, gut für Fotos der Statue mit der Skyline im Hintergrund, wenn ihr rechts auf dem Boot steht.
Auf Liberty Island
Da wir mit dem ersten Boot des Tages ankamen, war die Insel noch vergleichsweise leer. Allein waren wir deshalb nicht, ein paar hundert Leute sind mit uns ausgestiegen, aber die haben sich schnell verteilt. Wie auch beim Empire State Building können wir nur empfehlen, früh zu kommen.
Nach dem Aussteigen sind wir dann in Richtung der Freiheitsstatue gelaufen. Beachtet, dass ihr im Uhrzeigersinn laufen müsst, dann kommt ihr in der richtigen Reihenfolge über die Insel. Gleich am Anfang konnten wir uns einen kostenlosen Audioguide abholen, der auch auf Deutsch eingestellt werden konnte. Wir können ihn euch nur empfehlen, es gibt vieles, wovon wir im Geschichtsunterricht noch nichts gehört hatten. Mit dem Audioguide ging es erneut durch einen Security Check und dann weiter zum Eingangsbereich der Freiheitsstatue. Dort ragte die Fackel fast 100 Meter über uns und wir haben uns doch kurz gefreut, dass wir nicht bis ganz hoch in die Krone steigen mussten.

Im Sockel der Freiheitsstatue haben wir uns den kleinen Museumsbereich angeschaut und dann ging es die 192 Stufen (von JJ gezählt) nach oben. Hier konnten wir nach draußen auf die Aussichtsplattform gehen und den Ausblick auf die Südspitze Manhattans und Ellis Island genießen. Auf der Aussichtsplattform trafen wir dann auch einen Großteil der Leute vom Boot wieder. Mit jeder Minute wurde sie voller, und wir entschieden uns, wieder nach unten zu gehen. Im Treppenaufgang sind JJ dann die riesigen Schrauben aufgefallen und er fragte mich, wofür die da sind. Im ersten Moment musste ich selbst überlegen. Es waren die Schrauben, mit denen die Statue am Sockel verankert ist, damit sie auch dem stärksten Wind standhält.

Unten ging es dann weiter im Uhrzeigersinn über die Insel. Mit dem Audioguide und verschiedenen Infotafeln waren wir bestimmt noch gut eine Stunde beschäftigt. Am Ende gibt es noch einen Souvenirshop und dann sind wir auch schon wieder zum Anleger gelaufen. Wenn ihr aufmerksam gelesen habt, ist euch sicher aufgefallen, dass wir die Audioguides noch nicht zurückgegeben hatten. Und so standen wir bereits in der Schlange zum Boot, als unsere Guides Alarm gaben, also mussten wir wieder zurück an die Stelle, wo wir die Audioguides ausgeliehen hatten, und haben dann natürlich die nächste Fähre verpasst. Nach ungefähr einer halben Stunde konnten wir dann mit dem nächsten Boot nach Ellis Island fahren.
Auf nach Ellis Island
Ellis Island war die Station, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts alle Einwanderer aus Europa durchlaufen mussten, bevor sie nach New York durften. Das Hauptgebäude könnt ihr besichtigen, Audioguides gibt es auch hier, die haben uns die Geschichte der Insel etwas nähergebracht. Für JJ war das sehr interessant, da er in der Schule bisher die Geschichte der USA noch nicht behandelt hatte. Was hängen geblieben ist, ist die Empfangshalle. Sie ist riesig und leider fast komplett leer. Nur ein paar alte Fotos erinnern daran, wie es hier Anfang des 20. Jahrhunderts ausgesehen hat. In den 60er Jahren wurde das Einwanderungszentrum nicht mehr als solches gebraucht und verfiel über die Jahre, sodass kaum noch originale Ausstellungsstücke aus der Zeit erhalten sind.


Die Menge an Einwanderern, die die USA um 1900 mit Schiffen erreicht haben, zeigte auch, warum die Empfangshalle derartig groß dimensioniert war. Der Eindruck verstärkte sich vor allem dadurch, dass die Halle eben nicht mit Exponaten gefüllt, sondern fast komplett leer war. In einem der Ausstellungsräume wurde gezeigt, dass im Jahr 1903 706.113 Menschen über New York in die USA eingewandert sind. Wir haben uns dann dort mal ausgerechnet, was das heißt: knapp 2.000 Frauen, Männer und Kinder, die täglich über die Insel ins Land gekommen sind. Pro Stunde, wenn 24/7 gearbeitet worden wäre, wären das 80 Personen. Da Ellis Island sicherlich nicht den ganzen Tag geöffnet war und die Schiffe auch kamen, wie sie kamen, war der Andrang zu Stoßzeiten nochmal um einiges höher.


Streetball und NBA
Auf dem Heimweg zum Hotel kamen wir an einem Basketballplatz mit Blick auf das One World Trade Center vorbei. Der Platz lag voller Schnee, kein Mensch war da. JJ hat sich am Ring hochgezogen und hing da, grinsend, während hinter ihm das höchste Gebäude der Stadt in die Sonne ragte. Es ist mein Lieblingsfoto der ganzen Reise.
Im Hotel angekommen haben wir uns dann den Three-Point-Contest, die Skills-Challenge und den Dunk-Contest des NBA-Allstar-Weekends angeschaut. Während einer Pause zwischen den Veranstaltungen habe ich noch Burger geholt, JJ wollte nach dem ereignisreichen Tag nicht mehr mitkommen und so musste er für 20 Minuten allein in New York City klarkommen, zwar auf dem abgeschlossenen Hotelzimmer, aber dennoch ein kleines Abenteuer für sich.
Zum krönenden Abschluss des Abends kümmerten wir uns noch um ein paar der Knabbereien, die wir vorher auf dem Heimweg ins Hotel bei 7-Eleven besorgt hatten. Ich konnte meine Finger nicht von den Hershey’s Schokobrezeln lassen und JJ schwört, dass die Pringles Original anders schmecken als zu Hause. Meiner Meinung nach lag es an der New Yorker Luft und den anstrengenden Tagen, dass die Chips im Bett besser schmeckten.

