Chinatown, Little Italy und die High Line

JJ und ich waren im Februar 2026 eine Woche allein in New York. An diesem Tag ging es zu Fuß durch Chinatown und Little Italy, danach zum Flatiron Building. Zurück Richtung Hotel sind wir über die High Line, New Yorks Park auf einer alten Bahntrasse. Am Abend noch einmal raus, um die Stadt bei Nacht zu sehen.
Wie die ganze Woche aussah, steht in unserem Übersichtsartikel, von dort aus gelangt ihr zu jedem einzelnen Tag.
Chinatown
Wir sind am Morgen ein paar Stationen zur Canal Street gefahren und dann zum Chinatown Information Kiosk gelaufen. Am Kiosk hängt eine große Karte, auf der wir uns die Sehenswürdigkeiten des Viertels herausgesucht haben. Wir sind dann relativ schnell von der großen Canal Street in die kleineren Nebenstraßen abgebogen. Irgendwann sind wir auf einer bunt bemalten Straße angekommen, die, wie wir später erfahren haben, eine nicht so bunte Vergangenheit hatte. Die Doyers Street ist keine hundert Meter lang und macht mittendrin einen Knick, hinter dem man nicht sehen kann. In den Zwanzigern war das praktisch und die Stelle wurde für Bandenüberfälle genutzt.


Weiter ging es für uns zum Kimlau Square mit einem Kriegsdenkmal, welches an die gefallenen asiatisch-amerikanischen Soldaten des Zweiten Weltkriegs erinnert. Im Großen und Ganzen hatten wir uns Chinatown ein wenig spannender und chinesischer vorgestellt. Vielleicht lag es auch am Wetter, dieser Tag hatte keine Sonne und der kalte Wind, der durch die Häusergassen wehte, machte unseren Besuch doch eher unangenehm. Am Dienstag vor unserer Anreise begannen die Festivitäten des Chinesischen Neuen Jahrs und es waren noch viele Überreste der Feier zu sehen, allgemein war es sehr dreckig. Viel Müll und auch viele Müllbeutel lagen herum, die wegen der kalten Temperaturen und des Schnees noch nicht von der Stadtreinigung abgeholt werden konnten.
Gleichzeitig waren auch viele Läden geschlossen, sodass es für uns gar nicht so viel zum Anschauen gab. Ich denke, ein Besuch in den Abendstunden oder in den Sommermonaten hätte uns ganz andere Einblicke in das Leben von Chinatown gegeben.
Little Italy
Beim Betreten von Chinatown war uns das nicht aufgefallen, beim Verlassen dafür umso mehr: An der Grenze zu Little Italy ändern sich Gebäude, Geräusche und Gerüche mit einem Schlag. Geht man nur eine Kreuzung weiter, hört man auch eine andere Sprache.

In Little Italy wurden wir von vielen Sidewalk Barkern umgarnt, die uns in verschiedene Restaurants locken wollten, und beim dritten oder vierten hatten sie uns dann. Wie gesagt, der Tag war windig und kalt und so haben wir bei der Osteria Barocca zu Mittag gegessen und uns vor allem aufgewärmt. Das Restaurant stellt, wie soll es auch anders sein bei einem echten Italiener, seine eigene Pasta her. Das wird nicht in einem extra Bereich irgendwo hinter hohen Fensterscheiben gemacht, sondern fast direkt neben deinem Tisch. Bei uns kam ein Mitarbeiter mit einem kleinen Wagen direkt neben unseren Tisch und fing an, Pasta herzustellen, während wir unser Essen aussuchten. Wir hatten uns dann für eine Lasagne und eine Portion Mozzarella-Sticks entschieden. Sehr lecker und mit der Unterhaltung können wir die Osteria Barocca nur empfehlen.
Flatiron, Harry Potter und noch ein Legoladen
Danach sind wir mit der U-Bahn zum ikonischen Flatiron Building gefahren, leider war es komplett von Gerüsten umhüllt, aber seine dreieckige Form konnten wir trotzdem erkennen. Komplett unaufgeregt steht das alte Gebäude, immerhin 1902 erbaut, und bildet einen krassen Kontrast zu den gläsernen Hochhäusern in seiner Umgebung.
Gleich um die Ecke war der Harry Potter Laden und wir konnten uns schon ein bisschen auf unseren Großbritannien-Urlaub im Sommer vorbereiten. Hier findet ihr wirklich alles, was das Harry Potter Herz begehrt. Wir waren stark und haben nichts mitgenommen.
Nicht ganz so stark waren wir gleich einmal quer über die Kreuzung in dem zweiten Lego Laden unserer New York-Reise. Hier konnte JJ seine eigene Figur designen und drucken lassen. Für 13 Dollar kombinierte er Körper, Beine und verschiedene Accessoires und ließ dann noch sein eigenes Design auf den Körper drucken. Die Mitarbeiter waren supernett und haben JJ alles gezeigt. Während des Druckens der Figur haben wir dann den Lego-Pass der Mitarbeiterin gesehen. Ich wusste nicht, dass es so etwas gibt, aber jeder LEGO-Store hat einen eigenen Stempel, und den Pass dazu bekommt ihr kostenlos an der Kasse, wenn ihr danach fragt. Bisher haben wir noch keinen Pass, wir werden uns aber für unser Europajahr definitiv noch einen besorgen. Weltweit gibt es über 1.100 Läden und der Pass lädt zum Stempelsammeln ein.



Vom Lego-Store am Flatiron Building sind wir dann knapp eine Meile zur High Line gelaufen. Unterwegs haben wir uns noch ein Eis bei La Gelateria by Patrizia Pasqualetti geholt, mit 9$ pro Portion relativ teuer, denn der Laden gehört zur Eataly-Kette.
Zu Fuß über die High Line, New York von oben
Wir haben die High Line ungefähr in der Mitte über den Aufgang an der 22nd Street betreten. Die High Line ist eine alte stillgelegte Eisenbahnstrecke, die zu einem Park ausgebaut wurde und seit 2009 über gut zwei Kilometer die Hudson Yards, in der Nähe von The Edge, und den Meatpacking District verbindet. Bei wieder schönstem Sonnenschein fiel es uns nicht schwer, uns den Park im Sommer vorzustellen. Aber auch im Winter war es ein sehr schönes Erlebnis und die vielen Bänke und Tribünen haben uns immer mal wieder zum Anhalten, Ausruhen und zum Entdecken der verschiedenen Blickwinkel eingeladen. Was sonst in New York eher fehlt, ist auf der High Line möglich: Entspanntes Laufen ohne Kreuzungen oder Autos.



Wir sind Richtung Südspitze gelaufen. Fußgänger sind natürlich auch unterwegs, aber es war noch ok und nicht zu viel los. Was mir aber am meisten gefallen hat, war, dass wir viel näher an die Häuser rankamen als sonst und auch die Architektur der Häuser an der High Line ein bisschen ausgefallener war. Gleichzeitig konnten wir dadurch, dass wir ein bisschen weiter oben waren, besser in die Ferne zu den Wolkenkratzern wie The Edge, der Oreo Way Skybridge oder über den Hudson River nach Jersey schauen.



Vom Ende der High Line sind wir dann noch gut 4 Kilometer durch das West Village und Tribeca zum Hotel gelaufen, das Wetter war einfach zu gut, um wieder in die Subway zu steigen. Auf dem Weg haben wir uns noch ein paar Süßigkeiten bei Candy King auf der Bleecker Street gegönnt, einem schwedischen Süßwarenladen. So wurde unser Weg noch zusätzlich versüßt. Außerdem standen wir auf einmal ungeplant vor dem Ghostbusters Hauptquartier. JJ kennt die Filme noch gar nicht, da müssen wir wohl noch ein bisschen Bildung nachholen.

New York bei Nacht
Am Abend haben wir uns dann nochmal gezwungen, das Hotelzimmer zu verlassen, das hatten wir die letzten Tage nicht mehr geschafft, da die Tage doch eher anstrengend waren. Das war an diesem Tag nicht anders, aber wir haben alle Kräfte zusammengenommen und sind nochmal zum Pier 15 gelaufen, wo wir bereits an dem Tag waren, als wir über die Brooklyn Bridge gelaufen sind. Hier war der Ausblick über den East River nach Brooklyn echt atemberaubend. Am nächsten Tag war Presidents‘ Day, deshalb waren viele Gebäude rot-weiß-blau angestrahlt oder haben selbst geleuchtet. Die Brooklyn Bridge bei Nacht war auch prominent beleuchtet, New York bei Nacht ist ein umwerfendes Erlebnis. Es ist zwar dunkel, aber gleichzeitig hell. Das Gleiche gilt für die Geräusche, es ist alles ein bisschen gedämpfter, aber keineswegs leise. Von überall hört man die Sirenen von Krankenwagen und Polizei aufheulen und die Dunkelheit macht das ganze Erlebnis noch ein bisschen spannender.



Für uns hieß es dann nur noch schnell ab ins Bett, denn am nächsten Tag stand das American Museum of Natural History auf dem Plan.