Großbritannien: Oxford, Yorkshire und Cotswolds mit Kindern

Schon in den letzten Jahren haben wir die Sommerferien gerne voll ausgenutzt und waren jeweils vier Wochen in Frankreich und Slowenien/Kroatien unterwegs. Die Generalprobe vor unserer großen Reise bildete unser Großbritannien-Roadtrip im Sommer 2026.
Da wir vorher noch nie im Vereinigten Königreich unterwegs waren, planten wir eine Route, die uns erstmal einen groben Überblick verschaffen sollte. Alle Details zur Route mit allen Etappen und einer Kostenaufstellung haben wir separat zusammengefasst. Mit dem Autozug LeShuttle fuhren wir von Calais nach Folkestone und bezogen dann unser erstes Airbnb in Oxford.
Oxford und die Cotswolds mit Kindern
In der historischen Universitätsstadt kamen nicht nur die Harry-Potter-Fans unter uns voll auf ihre Kosten. Ehrwürdige Colleges, Parkanlagen wie aus Alice im Wunderland und tolle, teils kostenlose Museen machen Oxford mit Kindern zu einem entspannten Reiseziel. Dazu kommt eine kulinarische Vielfalt, bei der wirklich jeder fündig wird. Mehr dazu, wie ein perfekter 3-Tages-Ausflug in und um Oxford aussehen kann, wird in einem eigenen Artikel zusammengefasst.


Was sich als Tagesausflug von Oxford auf jeden Fall lohnt, ist die etwa anderthalb-stündige Autofahrt nach Gloucester, die einen durch die malerische Landschaft der Cotswolds führt. Diese sind als „Area of Outstanding Natural Beauty“ klassifiziert und bieten auch zahlreiche schöne Wandermöglichkeiten. Die Gloucester Cathedral dürfte vielen Harry-Potter-Fans als Drehort für mehrere Szenen in den Filmen bekannt sein. Wer im östlichen Kreuzgang ganz genau hinschaut, erkennt noch Spuren des Wasserschadens, der beim Dreh zur Kammer des Schreckens verursacht wurde. Das Lavatorium, welches den Mönchen früher als Waschplatz diente, wurde in zwei der acht Harry Potter Filme als Versteckmöglichkeit genutzt und die Tür zum Gemeinschaftsraum der Gryffindors findet sich im südlichen Kreuzgang. Es lohnt hier auf jeden Fall, zeitig da zu sein, um die berühmten Gänge noch frei von Besuchern zu erleben. Wie in den meisten Kathedralen in England war auch hier der Eintritt frei, wobei um eine freiwillige Spende von etwa 5 Pfund pro Erwachsenem gebeten wird.


Von der Kathedrale aus ist man in 10 Minuten zu Fuß zu den Docks von Gloucester gelaufen, der Hafenanlage in der man noch zahlreiche große alte Lagerhäuser bewundern konnte. Es finden sich hier auch die unterschiedlichsten Möglichkeiten für einen Mittags-Snack. Wir haben uns für das Mexikanische Restaurant Elote entschieden, bei dem die Kinder sich Tacos ganz nach ihren Launen zusammenstellen konnten.

Auf dem Rückweg von Gloucester nach Oxford haben wir noch einen Zwischenstopp in Stow-on-the-Wold eingelegt, einem niedlichen kleinen Dörfchen in den Cotswolds. Wenn es möglich ist, plant diesen Ausflug an einem der regelmäßig stattfindenden Markttage. Das haben wir leider verpasst. Hinter der St. Edwards Kirche findet man ein kleines Holzportal, flankiert von zwei mächtigen Eiben, das Gerüchten zufolge J.R.R. Tolkien als Inspiration zu den Toren von Moria („Doors of Durin“) gedient haben soll. In einem kleinen Teehaus direkt am Markt haben wir noch eine typische Teatime genossen und hatten sehr leckere Bakewell-Tart.
Yorkshire und die East Midlands
Unsere nächste Unterkunft lag in Stannington, einem kleinen Vorort von Sheffield. Hier genossen wir ein paar Tage idyllisches britisches Dorfleben. Die Straßen waren gesäumt von typischen englischen Steinhäuschen mit gepflegten und bunten Vorgärten. Es gab einen Park mit Sportplatz, Spielplatz und einem fantastischen Café, sowie zwei Pubs die jeden Abend gut besucht waren. Die meisten Leute, die wir sahen, hatten mindestens einen Hund und es machte den Anschein, als würde jeder jeden kennen. In dem kleinen Café, welches mitten im Park nur 5 Gehminuten von unserem Häuschen lag, haben wir jeden morgen gemütlich gefrühstückt und die Kinder konnten sich auf dem Spielplatz und einer riesengroßen Wiese ordentlich austoben, während wir noch lange an unserem Kaffee nippten. Neben hausgemachtem Granola mit frischen Früchten, verschiedenen Sandwiches und Toasts gab es jeden Tag andere frisch gebackene Kleinigkeiten, wie zum Beispiel Banoffee Pie oder Flapjacks, einer Art gebackenem Müsliriegel, den wohl auch schon Shakespeare kannte.

Leeds
Von Stannington aus sollte man unbedingt einen Tagesausflug nach Leeds unternehmen. Mit dem Auto sind wir von Stannington knapp eine Stunde nach Leeds gefahren. Diese tolle Stadt überzeugt mit ihrem industriellen Charme und ist gleichzeitig hip, modern und vielfältig. Den besten Überblick erhält man vom Wassertaxi aus, welches Granary Wharf (in der Nähe des Hauptbahnhofes) mit dem Leeds Dock verbindet. Nur 3,50 Pfund pro Person kostete uns die etwa 15-minütige Tour, die vor allen den Kindern einen weiteren Fußmarsch erspart hat. Das Royal Armouries Museum, an dem die Bootsfahrt endet, ist wie viele andere Museen in Großbritannien kostenlos und hat vor allem unserem Großen recht gut gefallen. Hierbei handelt es sich um einen Teil des königlichen Rüstkammermuseums, welches auf das 15. Jahrhundert zurück geht und somit nicht nur das älteste Museum des Vereinigten Königreiches, sondern auch eines der ältesten Museen der Welt ist. Besonders beeindruckt hat die Kinder die Rüstung eines asiatischen Kriegselefanten aus Indien, welche wohl aus dem Jahre 1798 stammt.



In Leeds solltet ihr auf keinen Fall das Leeds Corn Exchange verpassen, eine alte Getreidebörse, die heute ein Einkaufszentrum voller kleiner unabhängiger Shops, lokaler Kunsthandwerker und Cafés ist. Die Mädels und Mama hätten hier stundenlang durchbummeln können, so viel gab es zu entdecken.
Haddon Hall
Einen weiteren Tagesausflug von Stannington aus machten wir Richtung Süden zu Haddon Hall, einem prächtigen alten Herrenhaus, das bis in‘s 11. Jahrhundert zurück reicht. Hier umwehte uns ein Hauch englischer Geschichte und in dem wunderschön angelegten Garten ließ es sich wunderbar spazieren. Schaut mal vorher auf der Homepage nach, der Eintritt war relativ teuer für uns fünf. Auf dem Rückweg machten wir noch einen Halt in dem kleinen Örtchen Bakewell und hier ein ultimativer Tipp: Wenn ihr den Touristenströmen entgehen wollt, kauft euch ein paar leckere Cookies in einer der kleinen Bäckereien und geht über die New Street oder die Castle Street zur Brook Side. Dort findet ihr einen kleinen ruhigen Kanal, an dem man wunderbar sitzen und die Beine in‘s Wasser baumeln lassen kann, während man die Ruhe und die Nachmittagssonne genießt.


Weiter Richtung Norden
Der weitere Verlauf unseres dreiwöchigen Roadtrips führt uns an die ostenglische Nordseeküste nach Whitby. Da wir auf den Fahrten zwischen zwei Unterkünften gerne einen Zwischenstopp einlegen, schauten wir uns noch York an. York ist auf jeden Fall einen Tagesausflug wert und in gut in anderthalb Stunden von Sheffield oder in 45 Minuten von Leeds zu erreichen. Wie unser Tag in York aussah, verraten wir euch demnächst an anderer Stelle.
Was es alles in und um Whitby zu entdecken gab, wie unser Roadtrip in Glasgow und Nordwales weiterging und warum ihr Edinburgh getrost überspringen könnt, lest ihr hier: