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Nordwales mit Kindern: Chester, Conwy Castle und das Whixall Moor

Mama
stift und limo – Familienreiseblog: ein Jahr durch Europa · der Blog der Großen
Möwe auf der Mauer von Conwy Castle, dahinter der Fluss Conwy

Auf der letzten Etappe unserer dreiwöchigen Großbritannien-Rundreise erkundeten wir Nordwales und einen Teil der West Midlands, ausgehend von einer sehr abgelegenen Unterkunft in einer ausgebauten Scheune, die wir über Airbnb gefunden hatten. Die Ruhe und Abgeschiedenheit, die wir hier fanden, waren ideal um uns nach den ereignisreichen ersten Wochen unseres Roadtrips in den Cotsworlds und in North York Moors noch ein wenig zu erholen.

Wandern im Whixall Moorgebiet

Nicht weit von unserer Unterkunft lag das Whixall Moorgebiet. Hier kann man auf verschieden langen Routen das Moorgebiet durchstreifen, teilweise kommt man dabei an Kanälen vorbei, über die Hausboote tuckern, die man in der Gegend häufig sieht. An zahlreichen Infotafeln erfährt man Spannendes zur Nutzung des Moors in der Geschichte, sowie zu den Tieren und Pflanzen, die man hier finden kann. Eine Infotafel klärte anschaulich über das Thema Moorleichen und Mumifizierung im Moor auf. Die Wege führten größtenteils über ausgetrockneten Torfboden, was es besonders anschaulich und lehrreich für die Kinder machte. Am Mammoth Aussichtsturm wurde eindrücklich gezeigt, wie lange es dauert bis sich 5 m Moorboden aufbauen (5.000 Jahre) und wie schnell der Mensch es geschafft hat, für den Rückgang der gleichen Höhe zu sorgen (150 Jahre). Ein Gedanke, der die Kinder noch ein Weilchen danach beschäftigt hat.

Wer nach dem Moor-Spaziergang eine kleine Stärkung braucht, der ist gut in dem kleinen Jachthafen der Whixall Marina aufgehoben, wo es in einem Café eine Auswahl an Kuchen, Eis, sowie kalten und warmen Snacks gibt. (Hier kann man übrigens auch Übernachtungsmöglichkeiten an Land und zu Wasser buchen.)

Chester

Wem der Trubel in Liverpool oder Manchester zu viel ist, der sollte unbedingt die kleine Stadt Chester, südlich von Liverpool, besuchen. Chester ist die historische Hauptstadt der Grafschaft Cheshire und besitzt noch eine sehr gut erhaltene Stadtmauer, die man in weiten Teilen auch noch begehen kann. 

Ein ganz tolles Café findet ihr gleich oben auf der Stadtmauer: Im „The Crumb and Comfort Café“ hatten wir neben Jaffa Cake (unbedingt probieren!) und sehr leckerem Kaffee auch Milchshakes, die die Kinder auf jeden Fall überzeugt haben.

Gut gestärkt macht man sich dann auf den Weg, um durch die vielen kleinen Läden in der Altstadt zu bummeln, vorbei an Fachwerkhäusern im Tudorstil und durch überdachte zweistöckige Arkaden. Auch die Kathedrale ist sehenswert (auch hier ist wieder ein Lego-Modell zu finden, diesmal aus über 275.000 Steinen) und an der Eastgate Clock, eine der meistfotografiertesten Uhren Großbritanniens gleich nach dem Big Ben, kommt man auch nicht wirklich vorbei. 

Chester hat uns als übersichtliche kleine Stadt mit kurzen Wegen für kurze Kinderbeine sehr gut gefallen. Wer noch einen Tag übrig hat, der kann diesen sicher auch sehr schön im Chester Zoo füllen. Dieser wurde 2015 als siebt-bester Zoo der Welt ausgezeichnet und hat sogar eine eigene App, über die man sich den Zoo-Plan ganz einfach auf dem Handy anzeigen lassen kann. 

Pontcysyllte und Whittington

Ein wenig schwindelfrei sollte man schon sein, wenn man das höchste und längste Aquädukt Großbritanniens überqueren möchte. In einem der typischen Narrow-Boote, die man auf den Kanälen in England und Wales häufig antrifft, fühlt man sich aber doch recht geborgen und ist zumindest vor Wind und Wetter gut geschützt. Direkt am Aquädukt kann man stündlich eines der Boote besteigen, die das Aquädukt in etwa 45 Minuten einmal hin und wieder zurück überqueren. Die Kahnführerin des Bootes, das wir erwischt hatten, hat während der Überfahrt viel zum Bau und zur Geschichte des Aquädukts erzählt und geduldig die Aussprache des für alle nicht Walisisch sprechenden Menschen unaussprechlichen Namens des Bauwerkes erklärt. 

Wenn man den Weg über die Brücke zu Fuß wagen möchte (mit Höhenangst bei starkem Wind nicht zu empfehlen), kann man auf der anderen Seite Kaffee, Eis und Kuchen aus einem der dort liegenden und eigens dafür ausgebauten Narrow-Boote bekommen oder die Werke lokaler Kunsthandwerker bestaunen, die ebenfalls traditionell über den Kanal schippern.

Ein Mittagessen in einer außergewöhnlichen Location findet man im Pontcysyllte Chapel Tea Room, das, wie der Name schon verrät, in einer umgebauten Kapelle liegt. Die Kinder fanden den Ausblick auf den Gastraum von der oberen Etage toll und von den traditionellen Welsh Cakes haben wir uns hinterher auch gleich noch ein paar mitgenommen, so lecker waren sie.

Etwa 20 Autominuten entfernt liegt gut erreichbar direkt an der A495 Whittington Castle. Hier hatten wir noch einen schönen kleinen Nachmittagsspaziergang, bei dem die Kinder die Burgruinen erkunden und Enten füttern konnten. In einem der beiden Burgtürme befindet sich ein kleines Café, in dem man neben Teacake und Burger auch warme und kalte Kleinigkeiten bekommt. 

Conwy Castle

Einen sehr schönen Tag hatten wir auch an der Nordküste von Wales, wo wir uns Conwy Castle angeschaut haben. Diese beeindruckende Burg wurde ab 1283 in nur vier Jahren errichtet und war eine der wichtigsten nordwalisischen Festungen von König Edward I. Die imposanten Türme kann man größtenteils begehen und die Kinder hatten großen Spaß dabei, die Burg in allen Ecken und Winkeln zu erkunden. 

Auch die Stadtmauer, die die Altstadt von Conwy umgibt ist noch gut erhalten und zu großen Teilen begehbar. In der Altstadt selbst kann man durch viele kleine Läden bummeln und da man am Meer ist, findet man auch hier fantastische Fish and Chips.

Shropshire Hills

Den Abschluss unserer Großbritannien-Reise bildete ein Tag in den Shropshire Hills, etwas südlich von unserer Unterkunft. Wir besuchten das Shropshire Hills Discovery Center, wo man in einem kleinen Entdecker-Zentrum einiges über die Entwicklung der Region seit der Steinzeit und über das Leben der Menschen hier in verschiedenen Epochen lernen konnte. Mit einem Coffee to go und ein paar leckeren Scones ging es nach draußen, um noch ein bisschen zu Fuß die Gegend zu erkunden. 

Da wir uns für unsere UK-Prämiere leider den trockensten Juli seit mindestens 190 Jahren ausgesucht hatten, war die Landschaft hier, wie auch schon in vielen anderen Gegenden Auf unserer Reise, sehr vertrocknet. Wir fanden trotzdem ein kleines Flüsschen, in dem die Kinder sich ein wenig abkühlen konnten.

Gleich zu Fuß erreichbar (man muss aber eine relativ stark befahrene Landstraße überqueren) liegt Stokesay Castle, dem wir ganz spontan auch noch einen Besuch abstatteten. Es handelt sich hierbei um ein befestigtes Herrenhaus, das bis auf das 13. Jahrhundert zurück geht und im 19 Jahrhundert aufwändig restauriert wurde. Mit einem Audioguide wurden wir nicht nur durch das Anwesen, sondern auch sehr anschaulich durch seine Geschichte geführt. In dem alten Gebälk über unseren Köpfen brüteten unzählige Schwalben, was vor allem die Mädels sehr faszinierte. Eine unbedingte Empfehlung für einen entspannten Ausflug mit Kindern!

Unser Fazit

England, Wales und Schottland sind gerade im Sommer ein tolles Reiseziel für Familien, die sich nicht bei 40 Grad im europäischen Süden aufhalten wollen. Zahlreiche Burgen und viktorianische Herrenhäuser liegen oft nur eine Autostunde entfernt von lebendigen Großstädten voller Straßenmusik, Streetart und kostenloser Museen. Auch die Natur bietet einiges an Abwechslung, von den rauen Küsten bis zu Hochmooren, die im Spätsommer lila blühen. 

Unser Reiseplan zum Nachbauen

Was man von unseren fünf Standorten aus unternehmen kann und wie weit es jeweils ist:

  • Alle Tagestouren pro Unterkunft, mit Karte und Fahrzeit
  • Interaktive Karte der kompletten Route
  • Direkte Links zu allen fünf Unterkünften

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