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2 Tage Oxford mit Kindern

Mama
stift und limo · der Blog der Großen
Oxford mit Kindern - University Church

Nach der Fahrt mit dem Auto durch den Eurotunnel und den ersten Kilometern im Linksverkehr war Oxford unsere erste richtige Station auf dem dreiwöchigen Roadtrip durch Großbritannien. Hier waren wir, ohne vorher ein einziges Ticket zu buchen. Keine Bodleian Library, keine große Halle im Christ Church. Wunderschön waren die zwei Tage in Oxford mit Kindern trotzdem, vor allem dank der ungewöhnlichen Orte, die wir eher spontan entdeckt haben.

Tag 1: Colleges, Carfax Tower und das Naturkundemuseum

Das E-Auto haben wir erstmal auf dem Redbridge Park and Ride Parkplatz abgestellt und gleichzeitig bei einer langsamen AC-Säule mit 7 kW geladen. Fürs Parken zahlten wir damals 2,50 Pfund, inzwischen gibt es ein Kombiticket für 3 Pfund, das 16 Stunden Parken und die Hin- und Rückfahrt mit dem Bus für bis zu fünf Personen abdeckt. Für eine fünfköpfige Familie sind 3 Pfund immer noch unschlagbar. Die Kinder haben sich gefreut, dass wir in dem Doppeldeckerbus einen Platz oben ganz vorn erwischt haben, und in nur 15 Minuten waren wir auch schon im Stadtzentrum.

Carfax Tower

Einen guten Überblick über die Stadt kann man sich erst einmal auf dem Carfax Tower verschaffen. Der Eintritt kostet 4 Pfund für Erwachsene und 3 Pfund für Kinder. Nach den 99 Stufen ist man nicht allzu sehr aus der Puste und hat trotzdem eine schöne Aussicht über das historische Zentrum.

Wichtiger Hinweis:

Kinder unter fünf Jahren dürfen den Carfax Tower nicht besteigen, Kinder zwischen fünf und fünfzehn nur in Begleitung eines Erwachsenen. Einen Aufzug gibt es nicht, die 99 Stufen führen über eine enge Wendeltreppe.

University College

Von den insgesamt 39 Colleges in Oxford haben wir uns zwei angeschaut, für die man nicht im Voraus Tickets buchen musste. Das erste der beiden war das University College, das ein ganz zauberhaftes Flair versprüht hat und eins von drei Colleges ist, die jeweils behaupten, das älteste College von Oxford zu sein. In der Chapel mit ihren längs ausgerichteten Sitzreihen, in denen einzelne Kerzen auf den Pulten standen, hat man sich ein bisschen gefühlt, wie im Zauberkunst-Unterricht in Hogwarts. Auch die Halle, also der Speisesaal, von 1656 war wunderschön. Die Wände zieren zahlreiche Porträts bedeutender Alumni, überwiegend Männer, denn Frauen wurden hier, wie an vielen Oxforder Colleges, erst ab 1979 aufgenommen. 

Magdalen College

Als Nächstes ging es für uns zum Magdalen College. Hier gibt es einen wunderschönen Klostergang aus dem 15. Jahrhundert und eine weitläufige Parkanlage, durch die ein großer Rundweg führt, der Addison’s Walk. Im Schatten vieler alter Bäume haben wir hier eine herrliche Stunde abseits des Trubels der Stadt verbracht. Es gab einen kleinen Fluss, den Cherwell, und Weidenbäume, die sich über das Wasser neigten, und man fühlte sich fast wie in einem verzauberten Garten. Wäre das weiße Kaninchen vorbeigeeilt, es hätte uns nicht gewundert. Der Garten, der Lewis Carroll, dem Autor von Alice im Wunderland, als Inspiration gedient haben soll, liegt übrigens nebenan in Christ Church.

Im Magdalen haben wir mit ungeduldigen Kindern eine halbe Stunde am Fuß der Treppe zum Speisesaal gewartet, nur um oben einen kurzen Blick hineinzuwerfen. Weiter als bis zur Kordel kamen wir nicht. Wenn ihr Colleges in Oxford besuchen möchtet, achtet also darauf, dass die Speisesäle um die Mittagszeit herum oft geschlossen sind, weil die Studierenden dort selbst ungestört essen.

Museum of Natural History

Am Nachmittag sind wir noch zum Naturkundemuseum gelaufen. Der Eintritt war hier wieder frei (auf Spendenbasis) und allein schon die Architektur des neogotischen Gebäudes ist beeindruckend. Die Kinder bekamen jeweils ein auf ihre Altersstufe abgestimmtes Rätselblatt, das sie individuell durchs Museum führte, und neben zahlreichen Saurier-Skeletten gab es auch den berühmten Oxford-Dodo zu bestaunen. 

Besonders in Erinnerung geblieben ist uns ein Modell der Sonne, etwas größer als ein Basketball, und in maßstabsgetreuem Größenverhältnis und Abstand am anderen Ende der Halle eine winzig kleine Erde und ein stecknadelkopfgroßer Mond, alles im Maßstab 1 zu 4 Milliarden. 

Tag 2: Ruhe im Harcourt Arboretum, ein Spaziergang an der Themse und das beste indische Essen

Bei für England ungewöhnlich heißem Wetter, über 30 °C, besuchten wir an unserem zweiten Tag in Oxford das Harcourt Arboretum der University of Oxford. Es liegt etwa 10 km südlich der Stadt und umfasst rund 53 Hektar Wald, Parkland und Blumenwiesen. Der Eintritt kostete uns 18 Pfund für zwei Erwachsene, Kinder bis 16 Jahre sind frei. Wie schön muss es hier im Frühling sein, wenn die Azaleen und Rhododendren erblühen oder im Herbst, wenn die Bäume in den buntesten Farben leuchten.

Wir erlebten die Landschaft hier leider sehr vertrocknet und huschten eher schnell über die sonnenbeschienene Wiese, um im Schatten der Mammutbäume Schutz zu finden. Die gehören zu den ältesten in Großbritannien und stehen hier seit den 1850er Jahren. Im Gras lagen riesige Kiefernzapfen, und die Kinder waren erstaunt, wie schwer so ein Ding ist. Das Café hat nur am Wochenende geöffnet. Getränke sollte man also mitbringen, gerade an so einem heißen Tag.

Spaziergang an der Themse

Danach sind wir noch mal zum Park and Ride und mit dem Bus nach Oxford reingefahren. In einem supersüßen kleinen Café direkt an der Themse, dem Paper Boat Café, gab es eine Stärkung mit unheimlich leckerem Iced Latte und saftigem Banana Bread.

Auf der Suche nach einem Spielplatz sind wir ein Stückchen an der Themse entlang spaziert, die hier in Oxford übrigens Isis heißt. Leider stellte sich heraus, dass der South Oxford Adventure Playground kein öffentlicher Spielplatz ist, sondern feste Öffnungszeiten hat.

Blackwell’s

Mit leicht frustrierten Kindern flüchteten wir uns schließlich in einen klimatisierten Buchladen, genauer gesagt in Blackwell’s Bookshop, den größten Buchladen Oxfords. Das hob die Laune bei allen wieder deutlich.

Wusstet ihr, dass Lewis Carroll, der Autor von Alice im Wunderland, in Oxford am College Christ Church Mathematik studiert und später auch gelehrt hat?

Tipp:

Abends Alice im Wunderland vorlesen. In den Buchläden in Oxford findet ihr unzählige schön gestaltete Ausgaben auf Englisch. Wer lieber auf Deutsch liest, dem sei das E-Book für 0,99 € ans Herz gelegt. Anzeigen lassen kann man es sich auch ohne E-Book-Reader, auf dem Laptop oder am Handy.

Oxford - Blackwells - Alice im Wunderland

Permit Room

Der Tag endete im Permit Room mit dem besten indischen Essen, das wir je gegessen haben. Ein unbedingtes Muss in Oxford. Reservieren lohnt sich, wir hatten gerade noch Glück und bekamen einen Tisch draußen. Lasst euch auf keinen Fall den Crispy Spinach Chaat oder die gebackenen Süßkartoffeln mit Chili-Limetten-Masala entgehen. Und wenn ihr wisst, wie man Spinat so fantastisch hinbekommt, dann schreibt uns bitte unbedingt eine Nachricht!

Oxford war erst der Anfang

Wir hatten uns für mehrere Nächte in einer Unterkunft in der Nähe von Oxford einquartiert und sind von dort aus jeden Tag in eine andere Richtung gestartet, unter anderem in die Cotswolds. Danach ging es weiter nach Norden, zuerst nach Stannington bei Sheffield, später bis Whitby und in die North York Moors. Die komplette Route mit allen Etappen und einer ehrlichen Kostenaufstellung findet ihr in unserem Übersichtsartikel zum dreiwöchigen Roadtrip durch Großbritannien.

Unser Reiseplan zum Nachbauen

Was man von unseren fünf Standorten aus unternehmen kann und wie weit es jeweils ist:

  • Alle Tagestouren pro Unterkunft, mit Karte und Fahrzeit
  • Interaktive Karte der kompletten Route
  • Direkte Links zu allen fünf Unterkünften