stift und limo

Mit Familie im Elektroauto durch Großbritannien

Papa
stift und limo – Familienreiseblog: ein Jahr durch Europa · der Blog der Großen
Model Y Sonnenuntergang Stift und Limo

Im Juli 2026 haben wir für 3 Wochen mit dem Elektroauto Großbritannien erkundet. Unsere Route umfasste insgesamt 3.420 Kilometer, von Oxford und den Cotswolds über die East Midlands an die Küste Nordostenglands bis nach Glasgow und über Nordwales zurück. Inklusive An- und Heimreise haben wir insgesamt über 5.000 Kilometer zurückgelegt. Wie funktioniert das mit dem Laden in Großbritannien, wie weit kommt man mit einer Ladung mit dem vollgepackten Elektroauto und wo hatten wir Schwierigkeiten?

Wer wir sind und warum Großbritannien

Wir sind eine fünfköpfige Familie, und unsere drei Kinder, JJ (11), Nudel (8) und Klein L (5), sind lange Autofahrten gewohnt. In den letzten Jahren waren wir eher im Süden unterwegs, in Frankreich (2024) sowie Slowenien und Kroatien (2025). Auf diesen Reisen haben wir mit unserem Elektroauto bereits mehr als 10.000 Kilometer zurückgelegt. Allerdings war es im Süden Europas so heiß, dass wir uns in diesem Jahr für einen entspannten Sommer in Großbritannien, ohne zwingende Siesta, entschieden haben.

Unser Elektroauto und das Gepäck für fünf

Wir haben uns im Frühjahr 2023 dafür entschieden, einen Tesla Model Y LR zu leasen, und es hat uns jetzt schon auf über sechzigtausend Kilometern begleitet. Da wir die politischen Auftritte des Firmenchefs vom Produkt trennen können, ist das Model Y das perfekte Auto für uns fünf. Wie ihr euch vorstellen könnt, kommen bei drei Kindern ein paar Sachen zusammen. Unser gesamtes Gepäck für drei Wochen haben wir ohne Dachbox verstaut.

  • Frunk, vorderer Kofferraum: Wechselschuhe, Jacken und Bälle
  • Subtrunk unter dem Kofferraumboden: Badesachen samt Handtüchern, Papas Sachen, Reisespiele und die Notfallnudeln (falls mal nichts anderes zum Essen in der Nähe ist)
  • Kofferraum: drei Koffer, eine Kiste mit Küchensachen und zwei Körbe mit Kleinkram
Gepackter Kofferraum Model Y
gepackter Kofferraum Model Y

Wie oft muss man mit Kindern eigentlich laden?

Bei voll beladenem Auto müssen wir meist alle 300 km bis 350 km laden. Außerhalb von Deutschland kommt man auch ein bisschen weiter, da der Verbrauch durch die Tempolimits geringer ist. Meistens ist aber nicht der niedrige Ladestand der Grund zum Anhalten, sondern, dass eins der Kinder aufs Klo muss oder der Hunger zu groß wird oder Mama die nächste Kaffee-Infusion braucht. Die Ladezeit für eine Ladung von 10 % auf 80 % liegt bei knapp 25 Minuten. Wenn wir zum Mittag oder selbst nur für einen Snack anhalten, dauert das Essen immer länger als das Laden.

Unsere Ladekarten

Für die längeren Etappen nutzen wir hauptsächlich Tesla Supercharger. Neben diesen laden wir manchmal auch bei anderen Anbietern, dafür haben wir eine EnBW-Ladekarte im Ladetarif S. Der ist mit 56 ct/kWh an EnBW-Säulen und bis zu 89 ct/kWh bei Fremdanbietern nicht gerade günstig, aber eine monatliche Gebühr für einmal Urlaub im Jahr wollte ich auch nicht bezahlen. Zusätzlich haben wir unsere Tesla Keycard als Multipass aktiviert, sie ist somit auch eine Ladekarte und hat meist bessere Konditionen als die von EnBW, allerdings hängt auch hier der Preis vom Betreiber der Ladesäule ab. An einer Säule bei uns in Dresden zahlen wir über den Multipass 65 ct/kWh statt der 89 ct/kWh bei EnBW (Stand August 2026).

Laden in Großbritannien

Wir sind mit dem LeShuttle durch den Eurotunnel nach Großbritannien gefahren. An beiden Terminals, sowohl in Frankreich als auch in Großbritannien, kann am Supercharger oder auch an den Säulen anderer Ladenetzbetreiber geladen werden, bevor man zum Boarding zum Zug fahren muss. Somit kann man da die Wartezeit effektiv nutzen und dann nach der Tunneldurchfahrt mit vollem Akku die letzte Etappe des Tages antreten. Mehr zum Eurotunnel haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.

Während unserer gesamten Reise durch Großbritannien haben wir an 14 Superchargern Halt gemacht und für sieben weitere Ladevorgänge haben wir langsame AC-Ladesäulen genutzt, alle beim Parken bei Tagesausflügen.

In Großbritannien ist das Superchargernetz ähnlich gut ausgebaut wie in Deutschland und man hat typischerweise alle 50 km bis 100 km, in Ballungsgebieten teilweise unter 10 km eine Lademöglichkeit, wobei die Dichte leicht abnimmt, je weiter man nach Norden kommt. Wir hatten nur einmal in Oxford beim Park and Ride Redbridge Carpark einen nicht funktionierenden Supercharger. Hier hat sich dann aber relativ schnell herausgestellt, dass nicht ein einzelner Charger betroffen war, sondern der ganze Carpark vom Stromnetz abgekoppelt war und auch alle anderen Ladesäulen nicht funktionierten.

An allen langsameren AC-Ladesäulen in Großbritannien hatten wir ein paar Probleme, da unsere EnBW-Ladekarte bei keiner der Säulen erkannt wurde. Auch die Tesla-Karte funktionierte nur bei zwei Ladestopps. Wir mussten an jeder Säule immer erst einmal im Appstore nach der richtigen App suchen (natürlich jeweils eine andere) und dann in dieser den Ladepunkt finden. Das kostete jedes Mal wieder ein paar Minuten, aber noch mehr Nerven. Die Kinder waren immer schon aus dem Auto und bereit, eine neue Stadt oder Sehenswürdigkeit zu entdecken, nur Papa hing die ganze Zeit am Handy und fluchte vor sich hin.

Am Ende der Reise hatten wir fünf neue Apps. Die von BP pulse hat uns dann immer noch in den Browser weitergeleitet, um dort den Ladevorgang zu starten. Die weiteren Apps waren CitiCharge, Connected Kerb, Shell Recharge und Pod Point. Mit allen Apps hat dann das Laden gut funktioniert. Allerdings gibt es in Großbritannien auch noch viele alte Ladesäulen, die nur mit 7 kW laden statt den in Europa üblichen 11 kW.

Kurz vor Schluss haben wir wieder unsere EnBW-Karten und Tesla-Karten an einem Ladepunkt vergeblich probiert, dann bin ich irgendwie auf die Idee gekommen, mal die Kreditkarte zu nutzen. Zu meiner Überraschung hörte man das typische Klacken, die LED wechselte von blau auf grün und das Auto begann zu laden. Allerdings wusste man dann nicht, zu welchen Konditionen man lädt. Eine kurze Recherche zeigte, dass alle Ladepunkte ab 8 kW, die nach 2023 installiert wurden, das Zahlen per Kreditkarte ermöglichen müssen.

Verbrauch und Kosten

Auf den über 5.000 Kilometern inklusive An- und Heimreise haben wir insgesamt 887,1 kWh verbraucht und einen Durchschnittsverbrauch von 16,6 kWh/100 km erreicht.

Unsere Kosten für alle Ladestopps in Großbritannien lagen bei 482 €, für das Laden bei den Superchargern haben wir 328 € bezahlt und an den AC-Ladesäulen haben wir 154 € ausgegeben. Auf dem Festland haben wir nochmal 61 € für das Laden auf unserer Anreise bis zum Eurotunnel und für die Heimreise ausgegeben.

Verbrauch und gefahrene Distanz

Zusammenfassung

Während unserer Großbritannien-Rundreise haben wir also immer mal wieder mit den langsamen Ladesäulen gekämpft und ein paar Minuten von unseren Tagesausflügen für Appinstallationen verloren. Die Supercharger haben aber wie gewohnt funktioniert. Neuere Ladesäulen lassen sich auch per Kreditkarte starten, das haben wir leider erst kurz vor Schluss herausgefunden. Liegen geblieben sind wir nie, und mitgenommen haben wir vor allem viele schöne Erinnerungen. Eine Übersicht über unseren Roadtrip findet ihr in Drei Wochen Großbritannien Roadtrip mit Kindern: Route und Kosten.

Unser Reiseplan zum Nachbauen

Was man von unseren fünf Standorten aus unternehmen kann und wie weit es jeweils ist:

  • Alle Tagestouren pro Unterkunft, mit Karte und Fahrzeit
  • Interaktive Karte der kompletten Route
  • Direkte Links zu allen fünf Unterkünften

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